Europäisches Friedenshaus

Europäische Friedenshaus

Auf dem Gelände des städtischen Friedhofes in Marl-Brassert befand sich eine renovierungsbedürftige Friedhofskapelle, deren Sanierung die Stadt Marl allein nicht tragen konnte. Der Heimatverein Marl nahm sich des Themas und auch des Gebäudes an und entwickelte das Projekt „Europäisches Friedenshaus". Die „Alte Friedhofskapelle", die seit dem 16. Juni 2008 durch ehrenamtliche Helfer renoviert und wieder aufgebaut wurde, ist am 3. Mai 2009 feierlich als „Europäisches Friedenshaus" wieder eröffnet und der Marler Bevölkerung übergeben worden.

Entstanden ist nun eine Begegnungsstätte mit 75 Sitzplätzen, einem Turmzimmer für die Städtepartnerschaftsvereine und einem kleinen möblierten Appartement sowie einem Büro und einem Hauswirtschaftsraum mit Küche. Darüber hinaus ist das Obergeschoss ausgebaut worden. Hier können Sitzungen und Tagungen stattfinden.

Die Einweihung des Europäischen Friedenshauses am 3. Mai 2009 nahmen Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck (inzwischen Ruhrbischof von Essen), Dechant Thomas Hüwe und Herr Pfarrer Roland Wanke als Vertreter des esm vor. Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering, hielt die Festrede.

Aus zahlreichen Einsendungen mit Namensvorschlägen für die „Alte Friedhofskapelle" kamen die Namen „DenkMarl", „Domus Mundi" und „Europäisches Friedenshaus" in die engere Wahl. Eine unabhängige Jury des Vorstandes des Heimatvereins wählte den Namen „Europäisches Friedenshaus aus". Die Namensgeberin war Barbara Wiethoff-Osemann.

Am 29. April 2009 unterzeichneten die Mitglieder des Vorstandes des Heimatvereins Marl während der ersten Vorstandssitzung im „Europäischen Friedenshaus" eine Präambel, die Sie hier einsehen können:

Präambel (Auszug)

Das "Europäische Friedenshaus" steht für die Verständigung zwischen den Völkern. Das neue Haus schließt an die Tradition des ehemaligen Friedhofs an und ist ein Ort des Gedenkens aber auch der Begegnung. Hier ist für Konzerte, Ausstellungen und Kongresse Raum entstanden. Fast siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es ein Gebäudeensemble, das eine Klammer zwischen der Vergangenheit und der Zukunft Europas bildet. Dort ruhen die Menschen, denen es nicht vergönnt war, in Freiheit und Frieden miteinander zu leben. Hier in der ehemaligen "Alten Friedhofskapelle" trifft sich die Enkelgeneration, um beständig an der Einheit unseres Kontinents zu arbeiten. Besuche von Michael Gorbatschow (2003), Helmut Kohl (2004) und Gyula Horn (2005), die an den Gräbern der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen gesprochen und Kränze niedergelegt haben, haben den Heimatverein in seinem Bemühen bestärkt, sich für den Erhalt der Kapelle einzusetzen.

Adresse

Marl, 27. Januar 2013 (Peter Hofmann)

Das Europäische Friedenshaus hat sich seit 2009 zu einem viel besuchten Veranstaltungsort entwickelt. Regelmäßig gibt es dort Konzerte, Ausstellungen, Tagungen und Treffen verschiedenster Art.
Durch die einzigartige Lage mitten in der Stadt Marl und mitten im Grünen ist das Haus für Jedermann gut zu erreichen.
Viele Veranstaltungen richtet der Heimatverein aus – das Haus kann aber auch von Vereinen, Schulen und Privatpersonen gemietet werden. Für die private Nutzung sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, unter anderem ist ein Nutzungsentgelt zu zahlen.

In den vier Jahren seines Bestehens wurde das Europäisch Friedenshaus weiter ausgebaut. Innen wurden die Voraussetzungen für Bilderausstellungen geschaffen. Das Dachgeschoss ist komplett isoliert und es entstanden dort zwei große Tagungsräume. Die Entwässerung und die Kanalisation erfuhren eine Generalüberholung und es wurde eine moderne Gasheizung eingebaut, so dass das Haus jetzt zu jeder Jahrszeit genutzt werden kann.NRW-Stiftung

Viele Arbeiten konnten in Eigenarbeit – vor allem durch die Mauerspechte – geleistet werden. Die Stiftung der Eheleute Engel aus Marl ermöglichte den Dachausbau und die NRW-Stiftung finanzierte die Sanierung der Abwasseranlagen sowie den Einbau der Heizung.