Zeche Auguste Victoria, Schacht 4/5

Zeche Auguste Victoria

Eine besondere Bedeutung hatte diese Schachtanlage innerhalb des Verbundes von Auguste Victoria, weil nicht nur Kohle, sondern auch Erz abgebaut wurde. 1928 wurde mit dem Abteufen des Schachtes begonnen. Die Endteufe lag bei 850 m. Das Fördergerüst wurde 1931 errichtet, 1936 begann der Erzabbau. Ein Jahr später endete die Kohleförderung auf der Schachtanlage. Die Erzförderung lief noch bis 1962, wurde dann aber wegen Unrentabilität eingestellt. Bis zur Stilllegung des Bergfeldes 1965 waren über sieben Millionen Tonnen Roherz, Zink und Silber gefördert worden.
Wegen der technik-geschichtlichen Bedeutung des Koepe-Strebengerüstes von 1930/31 wurde das Fördergerüst von Schacht 4 im Jahr 1995 in die Denkmalliste der Stadt Marl eingetragen.

Für den Erhalt, der vom Abriss bedrohten Maschinenhalle setzten sich mit Erfolg die „Erzschachtfreunde" als Untergruppe des Heimatvereins Marl ein.
Im unteren Raum der Maschinenhalle wurde ein lokales Bergbaumuseum eingerichtet. Hier wird die Arbeit der Bergleute über und unter Tage anhand von Arbeitsbekleidung, Schichtbüchern, Grubenlampen und Abbaugeräten usw. lebendig. Gesteine, Mineralien und Erze ergänzen die Ausstellung.

Das Obergeschoss mit der noch erhaltenen Fördermaschine wird für Ausstellungen, Vorlesungen und verschiedene kulturelle Zwecke genutzt.
Im Außengelände stehen Grubenloks, Loren, Teufkübel, Abbauschilde und anderer Geräte.

Am 3. September 2005 konnte der Erzschacht unter Anteilannahme der ansässigen Bevölkerung seiner neuen Nutzung als Museum übergeben werden.

Mit Einbringungsvertrag vom März 2009 hat die RAG Aktiengesellschaft das vom Heimatverein Marl genutzte Objekt (AV Schacht 4) an die Stiftung „Industriedenkmalpflege und -geschichtskultur" übertragen.

Am 2. März 2012 ist der Erzschacht von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur an den Heimatverein Marl e.V. übergeben worden.

Anmietung der Halle für Feiern in einem außergewöhnlichen Ambiente ist möglich.
Quelle: Horst Schmitz, Vestischer Kalender 2010, S. 44